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München, Buttermelcherstraße, eine kleine Fabrikhalle, wir schreiben das Jahr 1979. Wer hätte zum damaligen Zeitpunkt gedacht, dass genau hier ein autovernarrter Schwarzwälder den Grundstein für ein Unternehmen legt, das heutzutage nicht nur mit Autoimporten „Made in USA“, sondern insbesondere auch durch sein fundiertes Wissen im Bereich Tuning weltweit von sich reden macht? „Damals haben wir vornehmlich mit Kleinwagen a lá Käfer, Renault R4 oder Ente 2CV unser Geld verdient“, erinnert sich Karl Geiger an die Anfangsjahre. Einige Zeit später wechselt der Firmensitz von „Spannagel und Geiger“ in den Stadtteil München-Trudering – und mit ihm erweitert man das Betätigungsfeld des mittlerweile auf fünf Arbeitsplätze aufgestockten Teams um die Reparatur von Alfa Romeos, Lamborghinis und Ferraris.
1983 ist ein erneuter Umzug vonnöten, um das immer weiter wachsende Auftragsvolumen optimal stemmen zu können. Ohne den ehemaligen Geschäftspartner Spannagel bezieht die Firma Geiger Automobile eine rund 400 Quadratmeter große Halle an der Truderingerstraße 265, der noch heute aktuellen Adresse des Unternehmens. „Repariert, restauriert und verkauft haben wir Fahrzeuge wie Rundheck-Spider oder Spider 850 und 124“, so Geiger, „außerdem Fiat Abarth, Jaguar E, DeTomaso Pantera, Ferrari Dino oder ISO Griffo und Rivolta.“ Von sich reden machen die Kreativköpfe auch durch den spektakulären Umbau eines Mercedes-Benz 280 Flachkühler-Coupés, dem man einen V8-Motor mit 6,3 Litern Hubraum implantiert.
Das prägende Schlüsselerlebnis und zugleich der Wegweiser für die weitere Zukunft des Unternehmens bedeutete der Kauf der ersten Chevrolet Corvette im Jahr 1984: „Zerlegt in Einzelteile und aufbewahrt in Kisten, haben wir das 1971er Modell mit LT1-Achtyzlinder und Schaltgetriebe damals von der kleinsten Schraube an neu zusammengesetzt“, blickt Geschäftsführer Geiger zurück. „Und bereits nach der ersten Probefahrt war es um mich geschehen: Die Leistung des US-Sportlers begeisterte mich derart, dass ich von nun an nur noch Corvette fahren wollte.“
Mitte der Achtziger Jahre steigt die Nachfrage der Kunden nach Fahrzeugen und Ersatzteilen aus den USA und dem dazugehörigen Service rasch an, was Geiger letztlich dazu bewegt, sich von nun an primär dem American Way of Drive zu widmen. Die Zeiten italienischer Automobile aus dem Münchner Hause gehören der Vergangenheit an…
1986 steht ganz im Zeichen einer leuchtend gelben Corvette der dritten Generation, natürlich aufgebaut vom Geiger-Team und begeistert aufgenommen von den Kunden und der Presse. Zum Käuferstamm gehören mittlerweile primär Fahrer und Fahrerinnen von Vans, Pickups, Camaros, Corvetten und sonstigem Automobilblech aus Amerika. Neben der grundsätzlichen Freude am eigenen, originalen US-Car werden aber auch immer mehr Rufe nach Individualisierungsideen für das eigene Fortbewegungsmittel laut: „Genau hier haben wir perfekt ansetzen können: Extrabreite Felgen wurden installiert, Tieferlegungen für Fahrzeuge entwickelt, durch Chromluftfilter und sonstigen Zierrat der Motorraum optisch aufgepeppt. Camaros und Pickups rollten mit 14 x 15“ messenden Radsätzen und leistungssteigernden Kompressor-Aufladungen aus unserer Werkstatt, Kunststoffteile für die Karosserie haben wir selbst angefertigt.“ All dies verlangt auch nach einer Aufstockung der Mitarbeiterzahl: 1986 arbeiten im Geiger-Betrieb bis zu 25 Fachkräfte, ein neues Projektauto in Form einer spektakulären Corvette C4 und zahlreiche Messebesuche generieren europaweite Aufmerksamkeit.